Shinkyokushin Swiss Open Turnier
Am Shinkyokushin Full Contact Swiss Open in Stans belegte An Polimeno aus Wiezikon in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm am Samstag den sehr guten vierten Rang.
Das Stanser Karateturnier gilt als eines der renommiertesten in ganz Europa. Auch dieses Jahr waren die stärksten Kämpferinnen und Kämpfer aus sieben Nationen am Start. Shihan Kenji Midori, Karate-Weltpräsident WKO hatte es sich nicht nehmen lassen, für den internationalen Anlass extra aus Japan anzureisen.
Turniersieg als Ziel
Vielleicht war es die Anwesenheit des hohen Gastes aus Japan, der An Polimeno etwas verunsicherte. An Polimeno hat bei ihren verschiedenen Reisen in den Fernen Osten immer wieder mit dem ehemaligen Weltmeister Shihan Kenji Midori trainiert. «Er ist seit Beginn meiner Karriere mein grosses Vorbild. Unter seinen kritischen Blicken wollte ich es natürlich besonders gut machen.» Die ehrgeizige Hinterthurgauerin war mit dem Ziel eines Turniersieges angetreten. Nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass die gebürtige Belgierin unter anderem wegen der Geburt ihrer Tochter eine gut fünfjährige Wettkampfpause hinter sich hat. Erst seit einem Jahr befindet sich An Polimeno wieder voll im Training. Das sie sich am Samstag erstmals wieder einer erstklassigen Gegnerschaft stellte, war allerdings in keinem ihrer Kämpfe zu merken. Nach einer unglücklichen Niederlage verpasste Polimeno in ihrer Gewichtskategorie allerdings knapp den Finaleinzug. Im Kampf um den dritten Platz gab es dann gegen die amtierende Vize-Weltmeisterin eine weitere kleine Enttäuschung. An Polimeno beschreibt diesen Kampf: «In der ersten Runde habe ich meine Gegnerin klar dominiert. Danach war der Fight ausgeglichen.» An Polimeno besass auch konditionelle Vorteile. Kurz vor Schluss war sie aber während eines Augenblicks zu wenig aufmerksam. Das nutzte ihre erfahrene Widersacherin blitzschnell für einen Fussschlag an den Kopf. Dieser Angriff brachte einen halben Wertungspunkt und entschied den Kampf.
Dünne Luft an der Spitze
Ehemann Luigi Polimeno, der am Turnier in Stans als Hauptkampfrichter amtete, konnte seine Frau aber schnell trösten. Zu ihrem Auftritt meinte er: «Angesichts der langen Pause hat An einen hervorragenden Wettkampf gezeigt. Ich bin sehr stolz auf sie. In der Weltspitze ist die Luft halt derart dünn, dass bereits kleinste Details über Sieg und Niederlage entscheiden.» An Polimeno hatte sich schnell wieder gefasst: «Jetzt geht es weiter. Schon im nächsten Monat werde ich an einem intensiven Technik Training in Belgien teilnehmen und im kommenden Frühjahr stehen die Prüfungen zur Erlangung des zweiten Dans an. Zuerst muss ich mich jetzt allerdings erholen und meinen lädierten Körper pflegen.»
Bericht: Peter Mesmer, Wiler Nachrichten vom 29.10.2009

